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Visitation der Kirchengemeinde im August 2018 siehe

Andacht

RPR1. Angedacht: Drei Kreuze

Andacht vom 13.07.2020 von
Sabine Guder
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Bericht des Dekans anlässlich der Visitation der Kirchengemeinden im Jahr 2007

Bescheid über die Visitation der Prot. Pfarrei Ingenheim mit den Kirchengemeinden Billigheim-Mühlhofen und Ingenheim-Appenhofen vom 23. Juni bis 01. Juli 2007 Über die Visitation der Prot. Pfarrei Ingenheim mit den Kirchengemeinden Billigheim-Mühlhofen und Ingenheim-Appenhofen vom 23. Juni bis 01. Juli 2007 wird folgender Bescheid erteilt:  

I ) Die Visitationskommission bedankt sich bei den Kirchengemeinden, ihren Gruppen und Kreisen, den beiden Presbyterien, sowie bei Pfarrer Ralf Piepenbrink und seiner Frau Christa Hirsch-Piepenbrink für die außerordentlich gastfreundliche und zuvorkommende Aufnahme während der Tage der Visitation. Der von Pfarrer Piepenbrink erstellte und von beiden Presbyterien beschlossene Visitationsbericht, dem im Anhang zusammenfassende Beschreibungen der verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vielfältigen Gemeindegruppen und der Kindertagesstätte beigefügt waren, hat der Visitationskommission einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Kirchengemeinden gegeben und war für die Vorbereitung der Visitation eine große Hilfe.

II) Die Visitationskommission konnte in Billigheim-Mühlhofen und Ingenheim-Appenhofen eine sehr aktive und vielfältige Gemeindearbeit miterleben. Für alle Altersgruppen findet sich in den Gemeinden Angebote, so dass Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren Heimat in den Gemeinden finden können.
Ein besonderes Profil der kirchengemeindlichen Arbeit findet sich im kirchenmusikalischen Bereich. Der Kindersingkreis, der Flötenkreis und der Kirchenchor, jeweils unter der kompetenten Leitung von Christa Hirsch-Piepenbrink gehören zu den herausragenden Besonderheiten der kirchengemeindlichen Arbeit. Einen hohen Stellenwert genießt die Seelsorge und Besuchsarbeit, die Pfarrer Piepenbrink in großer Treue, unterstützt durch die Mitglieder der Presbyterien bei den Geburtstagsbesuchen wahrnimmt.
Hervorzuheben ist das reichhaltige und vielfältige gottesdienstliche Angebot in den Kirchengemeinden von Familiengottesdiensten über Event-Gottesdienste, bis hin zu Angeboten am Samstag Abend, die ein Gottesdienstvorbereitungskreis mit Pfarrer Piepenbrink zusammen gestaltet.
Mit der regelmäßigen Feier integrierter Abendmahlsgottesdienste, die durch das Angebot von Wein und Traubensaft niemanden ausschließen, findet sich in den beiden Gemeinden eine bemerkenswerte Art der Gestaltung dieser intensivsten Form christlicher Gemeinschaft untereinander und mit Christus.
In der Gemeinde herrscht eine beispielhaft ökumenische Weite des Miteinanders der protestantischen und katholischen Christen mit einer Reihe feststehender, eingeübter, gemeinsamer Veranstaltungen.
Bemerkenswert ist die Partnerschaft zu Prestea in Ghana und zu Radegast.
Das sozialdiakonische Profil wird durch die Kindertagesstätte und die Krankenpflegevereine mit Seniorennachmittagen sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Die einladende und niemanden ausschließend wollende Art der Gemeindearbeit zeigt sich auch in der Aufmerksamkeit für behinderte Menschen, durch behindertengerechte und barrierefrei Zugänge bei den Gebäuden, soweit dies möglich ist. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang das Engagement der Kirchengemeinde für eine irakische Flüchtingsfamilie.
In der Pfarrei wird eine zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit durch 10 mal im Jahr erscheinende Gemeindebriefe, gepflegte Schaukästen und eine interessant und auskunftsfähige Homepage betrieben.
Seit vielen Jahren schon gibt es in der Pfarrei rege Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden im Sinne von Regionalisierung und Vernetzung, insbesondere bei der Konfirmandenarbeit, aber auch bei Waldgottesdiensten und ähnlichen Veranstaltungen.
Auch die schöpfungsmäßig ökologische Verantwortung wird hier ernst genommen. Erwähnenswert sind die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kirche in Ingenheim und der wunderschön gepflegte biblische Garten vor der Kirche in Billigheim.
Die Gemeinde verfügt über einen sorgfältig gepflegten Gebäudestand. Notwendige Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen werden konsequent und zielgerichtet in Angriff genommen, so zum Beispiel die zur Zeit laufende Sanierung der Kirche in Mühlhofen.
Die beiden Leitungsgremien der Kirchengemeinden arbeiten zielgerichtet und sind zusammen mit dem Pfarrer der Motor der Kirchengemeinde. Die Art der geteilten, partizipatorischen Verantwortung zeigt sich auch darin, dass die Presbyterinnen und Presbyter für bestimmte, nach Straßen geordnete Bereiche, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sind und durch Geburtstagsbesuche und Haussammlungen den Kontakt mit den Gemeindegliedern halten. Besonders bemerkenswert ist der Weitblick der Leitungsgremien hinsichtlich der frühzeitigen Vorbereitung der Presbyteriumswahlen 2008, mit der entsprechenden Inangriffnahme der Kandidatensuche.
Die Gemeinde verfügt über einen reichen Schatz an Gaben und Begabungen. Das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein großer Schatz, der nicht hoch genug zu bewerten ist. Die Visitationskommission spricht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Haupt- und Ehrenamtlichen ihre Anerkennung und Wertschätzung aus.  
In der Kindertagesstätte arbeitet ein kompetentes Team, das die ihm anvertrauten Kinder in den Mittelpunkt stellt. Die Arbeit in der Kindertagesstätte ist ein weiterer Glanzpunkt in der Kirchengemeinde. Die Kindertagesstätte versteht sich als Nachbarschaftszentrum und ist eng mit der Gemeindearbeit vernetzt.   Pfarrer Piepenbrink, der neben der Leitung einer der größten Gemeinden des Kirchenbezirkes, als Senior Stellvertreter des Dekans Verantwortung auf der Leitungsebene des Kirchenbezirkes trägt und Obmann für die Kirchenmusik im Kirchenbezirk ist, ist eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Persönlichkeit. Sein weitaus überdurchschnittliches Engagement, sein ungebrochener Fleiß, sein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, seine Fähigkeit Verantwortung zu teilen und so partizipatorisch Leitung auszuüben, erreicht nicht selten die Grenzen des physisch und psychisch vertretbaren. Wenn an ihm ein Fehler zu vermerken ist, dann ist es sein Sprachfehler nicht „nein“ sagen zu können. Man darf die Gemeinde zu einen solchen Pfarrer beglückwünschen.
Wir sprechen Pfarrer Piepenbrink unsere hohe Anerkennung für seine Arbeit in den Kirchengemeinden und im Kirchenbezirk aus.  

III) Für die weitere Arbeit in den Kirchengemeinden spricht die Visitationskommission folgende Empfehlungen aus:

1.) Die Visitationskommission empfielt, das Konzept der Kindertagesstätte weiter zu entwickeln. Hierbei sind vor allem die Einrichtung von Ganztagesplätzen und mittelfristig Überlegungen zur Einrichtung einer sogenannten kleinen Altersmischung für Kinder unter 2 Jahren zu bedenken. Dazu bedarf es bei den jetzt schon engen räumlichen Korsett dringend einer Raumerweiterung. Insofern sollte die Weiterentwicklung der Kindertagestätte, verbunden werden mit Überlegungen zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Raumkonzept.    

2.) Die schon bestehende Vernetzung der Kirchengemeinde mit anderen Kirchengemeinden in der Region entspricht dem Konzept des Kirchenbezirks zur Regionalisierung. Hier sind schon von seiten der Leitungsgremien weitere Schritte geplant, z. B. der Kinderkirchentag mit anderen Gemeinden zusammen, die Bibelwoche, sowie weitere Zusammenarbeit im Bereich der Konfirmandenarbeit. Wir empfehlen ausdrücklich die Weiterführung der Vernetzung, die neben einer gabenorientierten Aufgabenverteilung auch Aspekte der Entlastung der Beteiligten im Blick hat. Unter anderem kann auch der Kanzeltausch mit Nachbarkolleginnen und -kollegen weiter ausgebaut werden.  

3.) Die Visitationskommission empfiehlt, das schon gelegentlich im Zusammenhang der Vernetzung der unterschiedlichen Gruppen und Kreise praktizierte Mitarbeiterfest als regelmäße jährliche Einrichtung zu installieren. So können sich, wie bei der Visitation geschehen, Mitarbeiterinnen und Mitarbieter zwanglos austauschen und zugleich wird für ihre wertvolle Arbeit ein Dankeschön gesagt.

4.) Die Visitationskommission empfiehlt den Leitungsgremien, auch wegen der hohen Beanspruchung der Ehrenamtlichen und des Pfarrers über eine Entschleunigung in der Gemeindearbeit nachzudenken. Die Frage nach dem was zu lassen ist, soll ein Recht haben neben der Frage nachdem was zu tun ist. Möglicherweise kann eine gemeinsam beschlossene Schwerpunktsetzung mit einem Jahresthema, unter Zurückstellung anderer Aktivitäten eine sinnvolle Konzentration sein, die zugleich entlastet. Bei der Frage der Entschleunigung der Gemeindearbeit soll auch im Zusammenhang mit dem hohen Pflichtbewusstsein der haupt- und ehrenamtlich Verantwortlichen die Überlegung Raum haben: Was können wir uns und unserem Pfarrer noch Gutes tun?  

5.) Die beiden Leitungsgremien haben hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchengemeinden ein sensibel entwickeltes Problembewusstsein und zugleich einen begrüßenswert hohen Anspruch. Es muss deshalb nicht verwundern, dass gelegentlich die Wirklichkeit hinter diesem Anspruch zurückbleibt. Ungeachtet der internen eigenen Einschätzung stellt die Visitationskommission ein an vielen Punkten gut entwickeltes Zusammengehörigkeitsgefühl und Zusammenwirken fest. Wir empfehlen den beiden Presbyterien deshalb darüber nachzudenken, ob eine Umbenennung des Pfarramtes Ingenheim, die die Namen der beiden größeren Kirchengemeinden Billigheim und Ingenheim beinhaltet nicht ein beispielhafter nächster Schritt für ein weiteres erfolgreiches und versöhnliches Zusammenwirken sein könnte.

6.) Die Visitationskommission empfiehlt den Presbyterien mittel- bzw. langfristig über den Umgang mit dem großen Gebäudebestand der beiden Kirchengemeinden nachzudenken. Vielleicht könnte es hilfreich sein, wenn die zukünftigen Presbyterien überlegen, welche Gebäude erste und welche zweite Priorität haben. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage des Umgangs mit dem zweiten Pfarrhaus in Billigheim Berücksichtigung finden müssen.
Da Visitation sich nicht als punktuelles, sondern als prozesshaft begleitendes Ereignis versteht, bietet die Visitationskommission den Presbyterien an, die weitere Entwicklung der Gemeindearbeit in den genannten Punkten und darüber hinaus beratend zu begleiten. Es wurde verabredet, dass die Presbyterien gegebenenfalls mit der Kommission weitere Termine vereinbaren.  

IV) Die beiden Presbyterien benennen der Visitationskommission unabhängig von deren Anregungen folgende Zielvorstellungen, die mittelfristig umgesetzt werden sollen:  

1.) Die Kirchenrenovierung in Mühlhofen, die schon angelaufen ist, soll zeitnah zu Ende gebracht werden.  

2.) Die Presbyterien wollen am Reformationstag Flagge zeigen und sich als Gegengewicht zu Halloween entsprechende Veranstaltungen für den Reformationstag überlegen. Dabei ist das Flaggezeigen durchaus wörtlich zu verstehen. Die Presbyterinnen und Presbyter wollen ein öffentliches Zeichen für den Reformationstag setzen.  

3.) Die Presbyterien sehen es als vorrangiges Ziel an, schon jetzt die Presbyteriumswahlen 2008 anzugehen, indem sie offensiv Frauen und Männer für die Mitarbeit im Presbyterium gewinnen wollen.  

V) Die Visitationskommission empfiehlt, den von ihr erlassenen Bescheid in geeigneter Form der Gemeinde, z. B. durch Kanzelabkündigung oder Abdruck im Gemeindebrief bekannt zu machen.  

Zusammenfassend hält die Visitationskommission fest, dass in den Kirchengemeinden Billigheim-Mühlhofen und Ingenheim-Appen-hofen ein engagierter und kompetenter Gemeindepfarrer zusammen mit zwei verantwortungsbewussten Presbyterien und einem großen Stamm ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein vielfältig lebendiges Gemeindeleben gestaltet, so dass Menschen sich beheimatet fühlen in ihren Kirchengemeinden und die Gemeinde wachsen kann zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.  

Bad Bergzabern, den 2. Juli 2007               

 Manfred Sutter, Dekan